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Pillnitzer Ruine, Wein und Weitblick - Deutschland entdecken

Vor knapp zwei Wochen (19.09.2020) habe ich noch einmal die letzten schönen Sommer-Sonnenstunden des Wochenendes genutzt und mich auf mein Rentnerbike geworfen. Es ist mit Abstand das coolste Fahrrad im Vergleich zu den ganzen Rennrädern und E-Bikes, die mich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit überholen (manchmal ziemlich deprimierend, vor allem wenn man seit Jahren regelmäßig trainieren geht!). Okay und jetzt weiter im Text. Auf dem Plan stand die Gotische Ruine in Pillnitz. Am Vorabend habe ich nach ein paar abgelegenen Ecken außerhalb Dresdens recherchiert und tatsächlich etwas sehr spannendes gefunden. Es sollte etwas Besonderes sein, da ich meine Freundin, mit der ich den Ausflug geplant hatte, überraschen wollte. Wir lieben beide das Abenteuer und neue Umgebungen zu entdecken. Samstagnachmittag habe ich mir dann die Picknickdecke, eine Jacke, meinen Fahrradhelm, eine Trinkflasche und ein paar leckere Kekse geschnappt und wurde auch schon mit dem Fahrrad von meiner Freundin empfangen. Zu Beginn hab ich eine wohl eher rhetorische Frage in den Raum geworfen „Mit oder ohne Eis-Stopp?“ (natürlich habe ich auf eine Zustimmung spekuliert). Ich liebe Eis! Eis geht immer, egal zu welcher Tages- oder Jahreszeit. Dazu ist es noch das wohl leckerste Eis aus ganz Dresden. Mein erster absoluter Geheimtipp für alle Dresdner und auch dich, wenn du mal nach Dresden kommst: Schillerplatz: Eisstand am Blauen Wunder -> merken!! Eine Kugel kostet 1,50 € (Stand 09/2020) ist aber so groß, als wären es zwei. Und nochmal, es lohnt sich! :D Jeden Tag gibt es eine andere Auswahl zwischen verschiedenen Frucht- und Milcheissorten, also lohnt es sich sogar jeden Tag vorbeizuschauen. Ab und an gibt’s auch Eis mit Alkohol wie z.B. Schwarzwälder Kirsch oder Eierlikör! Meine absoluten Favoriten: Erdbeere-Basilikum, Sahne-Grieß und Erdnuss.

Nach zwei Kugeln Eis (Pistazie und Nougat) ging es mit dem Fahrrad am Elbradweg Flussaufwärts entlang, bis zur nächsten Fährstelle „Niederpoyritz- Laubegast“. Mit meiner DVB-Monatskarte konnte ich problemlos und kostenlos die Elbe inkl. Fahrrad überqueren. Ansonsten zahlt man für die Überfahrt 1,50 € pro Person (inkl. Fahrrad oder Hund 2,50 € p.P.), eine Hin- & Rückfahrt kostet 2,40 € pro Person (inkl. Fahrrad oder Hund 3,90 € p.P.). Da die Preise regelmäßig steigen ist es das Beste, sich vorab auf der Seite der DVB zu informieren. Die Überfahrt ging super fix, wir mussten weder lange an der Fährstelle, noch auf der Fähre warten, bis es auf die andere Elbseite ging. In Niederpoyritz angekommen, hatten wir direkt einen kleinen Anstieg vor uns. Weiter ging es in Richtung Pillnitz (ca. 13 km vom Stadtzentrum aus Dresden entfernt). Leider gibt es auf „der anderen Elbseite“ keinen Elbradweg, sodass wir teilweise auf der Straße fahren mussten. Vorbei ging es an einem kleinen Hofladen „Obstbau Robert Rüdiger“ sowie am Schlosspark Pillnitz. Schon gab es Anstieg Nummer zwei! Dieser hatte es ziemlich in sich, sodass wir am Ende unsere Fahrräder schieben mussten. Ansonsten wären wir vermutlich sowieso nur im Schneckentempo vorwärts gekommen. Aber wie immer ist der Weg das Ziel und die Quälerei hat sich gelohnt!! Oben angekommen wurden wir mit einem atemberaubenden Blick über Pillnitz und Dresden geflasht. Bereits hier ist meine Überraschung gelungen. Neben dem traumhaften Ausblick wurde man direkt zu einem Schluck Wein am Elbhang verleitet, aber NEIN, Wein stand erstmal nicht auf dem Plan. Ich hatte noch andere Pläne. (Der Wein ist eine kleine Zugabe gewesen, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte.) Also auch hier ein kleiner Reisetipp an alle Weintrinker: Am besten im Spätsommer / Herbstanfang vorbeischauen und sich vom Sächsischen Wein verführen lassen.

Die Fahrräder haben wir angeschlossen, noch einmal den Ausblick genossen, spazierend an den Weinbergen entlang und anschließend auf in Richtung Wald. Nach einem kleinen Umweg sind wir dank Google Maps am Ziel angekommen und waren bereits nach dem ersten Blick auf die Ruine in Pillnitz begeistert. Die Ruine wurde 1785 im Stil der Neogotik erbaut und ist ca. 30 Meter hoch. Was dann noch folgte, hat vermutlich alle Erwartungen übertroffen. Mit einer Spindeltreppe ging es ein paar Stufen nach oben und schon stand man auf der Ruine und hatte einen noch schöneren Blick über die ganze Umgebung! Als wir angekommen sind, waren noch zwei weitere Gruppen vor Ort, die sich aber beide auf die Socken gemacht hatten, als wir angekommen sind, sodass wir uns ein kleines Picknick, direkt oben auf der Ruine gestatten konnten. Die Decke ausgebreitet, Getränke und Kekse ausgepackt und die warmen Sonnenstrahlen genossen. Es war sogar sehr angenehm, auf den Steinen der Ruine zu sitzen, ohne das einem der Po wehtat. Sitztauglichkeit - check. Der Ort ist toll, weit und breit keine Menschenseele, es herrschte Ruhe und die Sonne brannte noch ein letztes Mal auf der Haut. Einfach ein perfekter letzter Sommertag. Von hier oben hatte man einen Blick auf die Elbe, das Schloss Pillnitz und auf die Weinhänge. Anschließend ging es den Berg, den wir mit den Fahrrädern hochgelaufen sind durch den Wald wieder runter, um ihn anschließend wieder auf dem Kopfsteinpflaster hochzulaufen. Anders als über einen kleinen „Umweg“ erreicht man die Weinhänge nicht, da wie es nicht anders zu vermuten ist, alles sehr sehr steil und bergig ist. Wir haben versucht eine Abkürzung zu finden – leider vergebens. Unsere Schuhe und Füße waren nach der „Abkürzung“ dreckiger als zuvor.

Das letzte Ziel waren die Weinberge, ein Glas Wein und der Sonnenuntergang. Bisher könnte man denken, ich sei eine Weintrinkerin, im Gegenteil, ich bin weder Wein- noch Sektliebhaberin! Zwar habe ich einen Schluck Wein gekostet, hat mich trotzdem nicht überzeugt meinen Geschmack zu ändern. Nach einer kurzen Pause mit Wein und umgeben von Weintrauben, ging es zurück in Richtung Dresden. Diesmal hieß es, dass Fahrrad rollen lassen. Bis zur Fähre bin ich zwar nicht gerollt, aber fast. ;) Sobald die Sonne am Horizont verschwunden war, wurde es tatsächlich sehr frisch auf dem Fahrrad. Zum Glück hatte ich eine Jacke dabei, sodass ich mir diese direkt überziehen konnte. Spontan ging es noch in die Dresdner Neustadt für einen kleinen Snack: Burger mit Süßkartoffelpommes. Dann war es auf einmal auch schon 22 Uhr und der Tag neigte sich so langsam dem Ende zu! Für jeden, der ein wenig Lust auf Klettern, Wandern, Ruhe und Abenteuer hat, sollte sich die Ruine in Pillnitz auf seine Buckliste schreiben! Ein Tipp, der fernab von jedem Tourihotspot liegt. Wenn du einmal in Pillnitz unterwegs bist, kannst du natürlich auch Schloss Pillnitz, dem dazugehörigen Park und der Weinbergkirche einen Besuch abstatten. Alles sind wundervolle Orte und nicht zu vergessen, das Schloss liegt direkt an der Elbe. Im Winter gibt es hier sogar einen „Christmas Garden“ bei dem alles in den verschiedensten Farben erleuchtet. Der Christmas Garden findet dieses Jahr vom 19. November bis zum 10. Januar 2021 statt und kostet pro Person 15,00 € Eintritt. Hast du vor in Pillnitz noch etwas leckeres Essen und Trinken zu gehen, wirst du hier weder verhungern, noch verdursten. Es gibt genügend Wein. Nein, spaß, Pillnitz hat jede Menge Cafés, Restaurants und Biergärten, in denen du einen Abstecher machen kannst. Eine persönliche Empfehlung kann ich dir hierfür bisher nicht geben, da ich immer nur an den Restaurants und Cafés vorbeigefahren bin.

Randinfo: Auf dem mittleren Bild kannst du die Umrisse der Frauenkirche (rechts Bauwerk) erkennen.

Wenn du nähere Details oder weitere Empfehlungen rund um Dresden und Umgebung möchtest, kannst du gern einen Kommentar schreiben oder dich direkt über Instagram @Passportjungle bei mir melden!


PS: Ich bin gespannt auf deinen Besuch! Verlink mich auf deinem Besucherfoto und ganz viel Spaß in meiner Heimat!


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