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Grand Canyon & Kletterspaß in der Sächsischen Schweiz - Deutschland entdecken

Das Wochenende ist schon wieder zwei Tagen vorbei und ich schwebe immer noch in Erinnerung von meinem ersten Kletterabenteuer im Rosental-Bielatal. Alles fing mit einem Anruf an und wurde zu einer Spontanaktion! Heute geht es hoch hinaus und raus aus der Komfortzone! In diesem Blogbeitrag erwarten dich ein paar Insidertipps über Sachsen und die Sächsische Schweiz, Einstiegstipps zum Klettern in der freien Natur inkl. Erfahrungsbericht und ein wenig Motivation, damit du es schaffst, deine Komfortzone zu verlassen.


Ausstattung, die sich für dieses Abenteuer lohnt:

  • Bequeme / sportliche Kleidung (zum Wohlfühlen)

  • Kletterausrüstung (wenn du klettern möchtest)

  • Wanderschuhe (wenn du wandern möchtest)

  • Hängematte (für die Erholung)

  • Snacks & Trinkflasche

  • Kleingeld (Speisen & Parkplatz)

  • Taschen- oder Stirnlampe (für den Fall der Fälle)

  • Kamera / Smartphone (fürs Fotoalbum)


Bevor es zum Kletterfels ging, haben wir einen kleinen Halt im wunderschönen Schokoladen Café „ADORATIO SCHOKOLADENKUNST“ gemacht. Es ist ein kleines Unternehmen, was besonderen Wert auf Bioqualität und Nachhaltigkeit legt. Alle Trinkschokoladen und Speisen werden selbst hergestellt und mit Rohstoffen direkt vom Erzeuger (wenn möglich) importiert oder auf Basis von Fair Trade bezogen. Das Café befindet sich ca. 45 Minuten mit dem Auto von Dresden entfernt und liegt in der Nähe von Stadt Wehen und Königstein. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Café auch zu erreichen, dauert allerdings etwas länger, da man mit der S-Bahn, dem Bus und zu Fuß insgesamt gute 1,5 Stunden unterwegs ist. Vom Bahnhof „Königstein“ sind es ca. 45 Minuten Fußweg (3,5 km). Am Café angekommen geht es an ein paar Zitronenbäumen (samt Zitronen!!) und einem Feigenbaum vorbei. Das Areal ist groß und bietet genügend Platz für jeden Gast. Es gibt einen kleinen Vorgarten, der sich direkt links vom Eingang befindet, eine etwas abgelegene Terrasse auf der rechten Seite und einen Innenraum, der vor allem für regnerisches Wetter gut geeignet ist. Die Ausstattung der Gartenmöbel ist gemütlich und etwas wild durcheinander gemixt, was es gleich viel sympathischer macht. Treibt dich der Hunger oder der Durst, hast du die Wahl zwischen vielen verschiedenen Trinkschokoladen wie z.B. Weisse Heidelbeer-Rote Beete Schokolade, Alge-Matcha-Minz Schokolade oder Vollmilchschokolade mit Zimt und Kardamom. Als Snack gibt es Kuchen nach Tagesangebot, verschiedene Eissorten und Eispralinen. Veganer können ebenfalls verschiedene Schokoladen und Trinkschokoladen genießen! (Veganer Kuchen wird bisher noch nicht angeboten.) Gehst du ins Café hinein, kannst du dir einen kleinen Überblick über das Kuchenangebot sowie über die Pralinen verschaffen. Möchtest du ein kleines Souvenir oder einen Snack für unterwegs mitnehmen, hast du die Wahl zwischen handgebrochenen Schokoladen (z.B. Weisse Erdbeere & Macawurzel oder Edelbitter Heidelbeer Ingwer), Trinkschokoladen (z.B. Guarana & Hanf Bio-Trinkschokolade Nobelbitter oder Kaffee, Kardamom & Zimt Bio-Trinkschokolade Weiss), Pralinen und noch viel mehr! Dieses süße Café (im wahrsten Sinne des Wortes) ist definitiv ein kleiner Geheimtipp, der aber immer populärer wird! Als wir vor Ort waren (an einem Feiertag und zur Kaffeezeit) war einiges los, sodass wir gute 25 Minuten auf unsere heißen Schokoladen und ein Stück Kuchen warten mussten. An anderen Tagen geht es relativ fix und man wartet keine 5 Minuten! Die Lage ist genial, sodass das Café perfekt als Wanderstartpunkt oder als Ziel genutzt werden kann, da genau auf der Ecke einige Wanderwege u.a. der Malerweg daran vorbeiführen. Zu finden gibt’s das ADORATIO SCHOKOLADENKUNST Café hier: Am Schlossberg 2, 01796 Struppen OT Thürmsdorf. (unbezahlte Werbung)

Nach einer leckeren, Weissen Alge-Matcha-Minz Schokolade ging es weiter in Richtung Rosenthal-Bielatal. Die Fahrtzeit mit dem Auto bis zum Parkplatz „Waldparkplatz Ottomühle“ beträgt ca. 20 Minuten. Der Parkplatz kostet für einen Tag 3,00 €, was meiner Meinung nach, nach einem ziemlich fairen Preis klingt. Spartipp: Wenn du den Parkplatz am frühen oder späten Nachmittag verlassen solltest, kannst du dein Parkticket wieder in den Automaten legen, somit kann es ein anderer Wanderer oder Kletterer nutzen. Denn genau das Glück hatten wir und konnten uns somit die Parkgebühren sparen. #Supporteachother Vom Parkplatz aus ging es zu Fuß, samt Kletterausrüstung für nochmal 15 Minuten in Richtung Kletterfels. Auf dem Weg zum Kletterfels läuft man die Straßen Korbfeilenweg und Ottomühle entlang. Hier hast du auch nochmal die Möglichkeit entweder an einem kleinen Imbiss oder im Gasthof (inkl. Herberge) Ottomühle etwas zu speisen. Vorbei an verschiedenen Pilzsorten, über Äste, Gras und Gestein, machten wir einen kleinen Halt am „Grand Canyon“ und sind anschließend auch schon am auserwählten Fels angekommen. Meine beiden Kletterexperten haben sich für ihren Aufstieg vorbereitet und mir ihre Hängematte zur Verfügung gestellt. Das einzige was man für die Hängematte braucht: zwei Bäume. Diese sollten in einem Wald nicht zu verfehlen sein! Der Auf- & Abbau der Hängematte ist super easy und dazu ist sie noch leicht wie eine Feder! Die Hängematte, 2 Karabiner und 2 Seile befinden sich in einem mini Beutel, den jede Frau in ihre Handtasche bekommt. Erst haben wir die Karabiner an der Hängematte befestigt und anschließend die Seile um den Karabiner und den jeweiligen Baum gebunden. Nach dem ich mich einige Stunden in der Hängematte vergnügt habe und beim Auf- & Abbau beteiligt war, kann ich dir dieses Modell auf jeden Fall empfehlen! Ich habe dir mal die Hängematte herausgesucht und ist eine Investition für einen selbst oder als Geschenk echt was Wert! Eine kleine Anmerkung: Vorsicht, Genickstarre! Du solltest ab und an mal die Blickrichtung oder die Position der Hängematte ändern, sonst kann es passieren, dass dein Nacken ziemlich steif wird (war bei mir kurze Zeit der Fall). Trotz der kurzen Verspannung lässt es sich mitten im Wald oder an einem schönen See ziemlich gut damit leben. Weiter geht’s und zwar rauf auf den Gipfel!


Vorab: Es war mein erstes Mal, dass ich an einem Felsen geklettert bin. Ich war nicht darauf vorbereitet und wusste weder was für eine Ausrüstung man braucht, welche Codewörter es gibt, noch wie das abseilen funktioniert. Das abseilen war tatsächlich meine größte Angst. Was ist wenn ich nicht mehr runterkomme? Wer holt mich runter? Wie hol ich Hilfe und was kostet mich das? Höhenangst habe ich keine, aber eine Angst in der Angst zu überwinden ist schwer – wenn du verstehst was ich meine. ;) Als ich meine Freunde klettern sehen habe, sah es zwischenzeitlich so leicht aus und fix ging es auch. Ich habe die Möglichkeit bekommen etwas neues und für mich völlig unbekanntes auszuprobieren (bis auf Bouldern in der Halle, worin ich echt schlecht bin) also wollte ich diese auch nutzen. Für mich ist es wichtig, einfach mal etwas zu wagen, die Komfortzone zu verlassen und neue Erfahrungen zu machen. Ich eine tolle Einweisung samt Kletterausrüstung mit Klettergurt inkl. Zubehör, Schuhen und einem Helm bekommen - es war quasi das rundum sorglos Paket! Wissenswert: Kletterschuhe müssen immer ein paar Schuhgrößen kleiner sein, um den perfekten halt zu haben (schmerzt und ist unangenehm – vergisst man beim Klettern aber ganz schnell wieder). Die Aufregung stieg ein wenig, als es tatsächlich los ging. Der Anfang war eine kleine Hürde, da ich keinen passenden Stein zum Greifen fand, nach dem ersten Griff lief es super! Bis kurz vor dem Gipfel, hier wurde der Felsen flacher und die schönen Halt- & Trittflächen immer weniger. Ich hing am Felsen und fühlte mich ein wenig verloren. Ich wusste nicht weiter und hab die ganze Zeit versucht eine greifbare Lücke zu finden. Ich hatte schon ein kleines Szenario im Kopf „Was ist wenn ich mich vergreife und gleich nicht mehr am Felsen hänge?“ - Ebenfalls war mir bewusst, dass ich gesichert bin und „nichts“ passieren kann. Es hat ein Weilchen gedauert, doch dann habe ich mich an einer winzigen Kannte festgekrallt und mich schnell mit meiner Beinkraft abgestoßen, sodass ich direkt bis nach ganz oben gekommen bin. Und siehe da, die hilflosen Sekunden am Felsen haben sich gelohnt und ich wurde mit einer beeindruckenden Aussicht und Glücksgefühlen belohnt! Außerdem habe ich sehr viele und nette Worte von meinen Freunden bekommen, was mich noch glücklicher gemacht hat. Ich habe mich voller Stolz ins Gipfelbuch eingetragen. Das Gipfelbuch gibt es auf jedem Felsen, der zu beklettern ist (in der sächsischen Schweiz sind es ca. 1.600 Felsen) - ich mag die Idee und finde es ist sogar ein Anreiz und Motivation fürs klettern und man hat eine ungefähre Zahl, wie viele Leute bisher auf den Felsen geklettert sind. Nach dem wir die Aussicht und Ruhe auf dem Fels genossen haben, die Lichter & Straßenlaternen im benachbarten Ort erleuchteten, machten wir uns für den Abstieg bereit. Jetzt wurde es ernst und ich hatte ein wenig Muffensausen, dazu wurde es immer dunkler. Das was jetzt zählt ist den ersten Schritt zu wagen und die Kontrolle über sich selbst zu haben. Das Abseilen beginnt quasi so, als würde man sich im Sitzen, rückwärts den Fels hinunterstürzen, nur das man „sitzen bleibt“. Ein leicht komisches und unsicheres Gefühl inkl. Aufregung hatte ich schon, war aber nicht notwendig, da ich gut gesichert und mich ohne große Schwierigkeiten abseilen konnte. Nach dem ich die Abseiltechnik drauf hatte, war ich auch schon auf dem Waldboden angekommen.

Wir sollten viel häufiger einfach mal ganz spontan sein und Dinge tun, die wir sonst nie machen. Oft zweifeln wir an uns selbst, wollten nichts „ungewohntes“ machen und lassen uns schnell zu einem Rückzieher verleiten. Daher mein Tipp an dich: Schnapp Dir die nächste Gelegenheit und wag dich aus deiner Komfortzone! Versuch dich selbst zu challengen. Du gehst nie kalt duschen? Dann dreh beim nächsten Mal einfach die kalte Seite auf! Du hasst es mit dem Fahrrad zu fahren? Fahr morgen mit dem Rad zur Arbeit, Uni oder Schule! Siehe da, schon hast du deine Komfortzone verlassen. Auch hier sind es die kleinen Dinge, die immer wieder gesteigert werden können. Denn, was haben wir oder besser gesagt du zu verlieren? Im Grunde genommen nichts, im Gegenteil – wir gewinnen an Erfahrungen und schütten Endorphine aus! Ärgerlich ist es, etwas zu bereuen, weil man es NIE gemacht hat. Wir haben so viele Möglichkeiten, täglich werden wir mit Eindrücken überschüttet. Du selbst entwickelst dich nur weiter, wenn du neue Erfahrungen machst. Wenn du etwas Neues erlebst und lernst. Hätte ich z.B. das Klettern nicht probiert, könnte ich bis heute nicht sagen, ob es mir gefällt oder nicht. Erst nach dem ich diese Erfahrung gemacht habe, kann ich sagen dass es eine total coole Erfahrung war, sodass ich jederzeit wieder klettern gehen würde. Am liebsten sofort. Ich kann es auch dir empfehlen, wenn du keine Höhenangst oder Misstrauen gegenüber dem „Kletterpartner“ hast. Dich erwartet eine wundervolle Aussicht, die du in den meisten Fällen ganz für dich alleine auf genießen kannst. Allein der Gedanke, „ALLEIN“ bzw. mit FREUNDEN auf einem Felsen zu sein ruft nach einem Abenteuer!

Also, Berg Heil!


Ach und wenn du ein paar genauere Infos und eine Wegbeschreibung zur Grand Canyon Schlucht der Sächsichen Schweiz möchtest (die keine 8.900 km entfernten ist), kannst du mir sehr gern schreiben! ;) Über ein Feedback von dir als Kommentar oder über Instagram @Passportjungle freue ich mich ebenfalls.


PS: Niemals in eine Kletterhöhle pinkeln oder ähnliches! UND nicht zu spät mit dem Klettern beginnen sonst kann es passieren, dass du dich im dunklen abseilen musst oder dich bei einer schlechten Orientierung in der Dämmerung / Dunkelheit im Wald verirrst.

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