• Passportjungle - Ines

Kreta - Reisen in Zeiten von Corona - Maske auf und los! (Kreta Part II)

Koffer packen, Maske schnappen und LOS! Jeder der aktuell die Möglichkeit hat auf Reisen zu gehen, sollte genau dies auch tun! Leere Strände, verlassene Städte, eine überschaubare Verkehrslage und freie Platzwahl im Restaurant & Café, und das sogar zu jeder Tageszeit! Ich selbst war Mitte August in Griechenland, genauer gesagt auf Kreta und wurde positiv überrascht, im Nachhinein aber auch etwas schockiert. Mehr dazu später! Die Anreise lief relativ unspektakulär und klassisch ab! Nur eben mit Maske! Sobald du das Flughafengelände betrittst, heißt es Maske auf. Abgesetzt werden darf die Maske nur während des Essens und Trinkens, gleiches gilt für den Aufenthalt im Flieger. Alles was anschließend kommt, ist natürlich von Land zu Land und von Woche zu Woche unterschiedlich. Je nachdem wie sich die Situation entwickelt und welche Regeln im Land herrschen. Ich selbst kann nur über meinen Aufenthalt auf Kreta berichten! Die Lage vor Ort war sehr entspannt, ausgeglichen und nahezu keine Spur von Corona. Maskenpflicht gab es nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in vereinzelten Geschäften (größere Supermärkte) und in Museen/ öffentlichen Einrichtungen. Genaueres zu meiner Anreise, zu meiner Unterkunft, zum Strand, den Speisen und der Region Limenas Chersonisou findest du in meinem 1. Blogbeitrag "Kreta - Eine Reise ins ungewisse mit Vorurteilen & Vorfreude. (Kreta Part I)". Falls du diesen noch nicht gelesen haben solltest, nichts wie hin zu Part 1 , bevor es hier weitergeht. ;)


Nach ein paar Tagen Erholung und dem Erkunde der Umgebung von Limenas Chersonisou zu Fuß, habe ich mir überlegt, eine Fahrradtour zu machen! Fahrrad leihen, vorab kurz auf die Karte schauen und los! Genau das habe ich gemacht. Ich bin zum Fahrradverleih und habe mir ein Fahrrad für 10,00 € (pro Tag) geliehen. Stundentarife oder Halbtagsangebote gab es hier nicht. Die Frau vom Fahrradverleih war sehr nett und aufgeschlossen, ihr Englisch war klasse und wir führten eine tolle Konversation. Sie fragte mich nach meinem Vorhaben und gab mir noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Apropos Kommunikation, ohne Englisch bist du auf Kreta fast aufgeschmissen, die meisten sprechen englisch, von der deutschen Sprache gibt es kaum eine Spur. Was ich persönlich gut finde! Zurück zur Fahrradtour: Direkt neben der Bundesstraße "El. Venizelou" gibt es einen kleinen Nebenweg, auf dem ich gefahren bin. Somit war es nicht ganz s schlimm, ohne Helm unterwegs gewesen zu sein. Nach ein paar Metern gab es direkt einen anspruchsvollen Anstieg, von dem ich auf der Spitze mit einem tollen Blick belohnt wurde! Mein erster Halt war somit nicht mal 2 Kilometer entfernt. Bereits diesen Moment habe ich auf mich wirken lassen und genossen. Nach ca. 30 Minuten bin ich in "Malia" angekommen. Malia ist eine Kleinstadt, in sehr griechisch geprägtem Stil und liegt im Nordosten der Insel (7 km östlich von Limenas Chersonisou). Vorzufinden gibt es Tavernen, Gemüsefelder mit angebauten Auberginen und Tomaten, sowie kleine Cafés. Ich machte Halt an der Kirche "Agios Nektários" und fuhr durch die Gassen der Altstadt. Es war weit und breit keine Spur von Tourismus. Ich habe griechische Familien gesehen, die sich versammelt haben, Frauen die vor ihren Häusern saßen und Männer, die ein Schluck Bier zu sich nahmen. Leider hatten viele Restaurants in Malia geschlossen, selbst McDonalds war dicht. Wie es scheint, hat Corona bereits jetzt ziemliche Spuren hinterlassen...


Nach dem ich durch fast jede Gasse in der Stadt gefahren bin und alle Eindrücke auf mich wirken lassen habe, machte ich mich auf in Richtung Meer. Es war heiß, die Sonne brannte und ich wollte eine Pause an einem gemütlichen Ort einlegen. Langsam wurde es etwas touristischer, die Souvenirshops waren geöffnet und Urlauber liefen mit Luftmatratze, Flip-Flops und Badesachen über die Straßen. Ein paar Meter von einem gut besuchten Strandabschnitt entfernt, entdeckte ich ein Café (welches leider ebenfalls geschlossen hatte) direkt am Meer. Ich machte einen kurzen Halt, um ein Foto zu machen und die Aussicht auf der Terrasse zu genießen. Ich sah eine Treppe, die hinunter zum Meer führte. Ich war neugierig und wollte wissen was es in der Bucht zu sehen gibt. Hinzu kam, dass es endlich meine erste Bucht mit Steinstrand war, die ich auf Kreta zu Gesicht bekommen kam! Schließlich war auch eines meiner Vorurteile, dass Kreta zu 80 % aus Steinstränden besteht, bisher hatte ich allerdings nur Sandstrände gesehen. Natürlich wollte ich auch noch die andere „Art“ von Kreta kennenlernen. Ich lief die Treppe hinunter und bin an einer verlassenen Bucht gelandet. Das Wasser war glasklar, türkisblau und die Steine funkelten mit vollem Glanz im Meer. Faszination. Lebensfreude. Einzigartigkeit. Ich hielt kurz Inne und genoss den Moment. Natürlich hatte ich meine Badesachen im Hotel vergessen, typisch Ines. Aber alles halb so wild, denn Badeschuhe hatte ich sowieso keine parat. SEEIGEL-ALARM. Nichtsdestotrotz wollte ich mir einen Gang durch den Steinstrand nicht nehmen lassen und lief vorsichtig mit den Füßen über die Steine und habe die kühle Brise der Wellen genossen. Ich ließ meine Füße trocknen, entspannte auf den Felsen und machte mich anschließend auf den Rückweg. Während der Fahrt blickte ich nach links und rechts und war von jeder Ecke fasziniert. Genau dieser Ausflug hat mir mal wieder gezeigt, wie wertvoll die kleinen Dinge sind, woran man sich erfreuen kann und was es bedeutet, keine Erwartungen zu haben. Ich habe nichts Konkretes geplant, kannte die Umgebung nicht und bin einfach drauf los und habe alles auf mich zukommen lassen. Meine 4-stündige Fahrradtour hat sich mehr als gelohnt und reicht aufgrund der Temperaturen und prallen Sonne (der man permanent ausgesetzt ist) vollkommen aus. Alternativ kann man am Abend noch eine kleine Runde drehen, da einem das Fahrrad meist bis kurz vor Ladenschluss zur Verfügung steht.


Corona-Auswirkungen:

Während meines Aufenthalts habe ich viele geschlossene Hotels und Restaurants, leere Strände, sowie verlassene Straßen vorgefunden. Viele Unterkünfte bleiben geschlossen, weil zu wenig Reisende vor Ort sind, die Corona-Regelungen kurzfristig nicht umsetzbar oder die Umbaumaßnahmen für die Anforderungen des neuen Gesundheitsstandards im vollem Gange sind. In den drei Buchten, die direkt an meiner Unterkunft liegen, wurden alle Sicherheitsmaßnahmen (Desinfizierung der Gegenstände, Abstandregelungen etc.) eingehalten. Unter dem Sonnenschirm hat man seine Ruhe und kann sich nach links und rechts drehen, ohne direkt auf dem Schoß von einem unbekannten zu landen (wie es immer so "toll" berichtet wird). Etwas schockiert bin ich über die Vorstellung, wie es an den gleichen Buchten aussehen soll, wenn alles beim alten ist, Hochsaison und großer Touristenansturm herrscht. Pro Bucht waren ca. 10 Sonnenschirme und jeweils zwei Liegen, sowie drei Betten aufgebaut. Im Regelfall ist es mehr als das doppelte, was nahezu unzumutbar und demnach auch nicht zu empfehlen ist. Ein paar Kilometer von der Unterkunft entfernt, sah die Situation wieder ganz anders aus. Hier war alles wie immer, der lange Sandstrand war voller Touristen und es gab keine Abstandregelungen oder ähnliches. Hering an Hering. In einigen Ortschaften blieben die Straßen leer, woanders hingegen tummelten sich am Abend unzählige Touristen und gingen auf Party, saßen in Bars und rauchten Shisha. Alle waren total ausgeglichen, vieles war wie immer und jeder verhielt sich normal (egal ob Tourist oder Bewohner). Es war ungezwungen, stressfrei und entspannt. Ich empfehle dir genau jetzt, in der aktuellen Situation zu reisen! Möchtest du das nicht, ist es trotzdem besser, außerhalb der Saison- & Ferienzeit zu reisen oder sich etwas abgelegenere Orte, fernab von den Touristenhochburgen zu suchen. Kreta hat einiges zu bieten und es gibt viel zu entdecken.

PS: Support each other! Aktuell geht es in der gesamten Tourismusbranche (und nicht nur dort) nur noch ums Überleben, ein Kampf der noch lange nicht vorbei ist! Genau deshalb, sollten wir Restaurants, Unterkünfte, Kleingewerbe, Einzelhändler so gut es geht unterstützen. National und auch International, (zumindest auf die Art und Weise wie es uns gerade möglich ist).


Wenn du ein paar genauere Details möchtest oder Fragen hast, kannst du gern ein Kommentar hinterlassen, das Kontaktformular auf der Startseite verwenden oder dich über Instagram @Passportjungle bei mir melden! Ansonsten wünsche ich dir eine schöne Reise.


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen