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VERANTWORTUNGSVOLL REISEN

Verantwortungsvoll Reisen beginnt nicht erst vor Ort, sondern bereits zu Hause und im Kopf. Es beginnt mit deinem Bewusstsein und dem Willen, etwas verändern zu wollen. Einen positiven Beitrag zu leisten.

Daher möchte ich dir für den Einstieg 11 Tipps für eine verantwortungsvolle und bewusste Reise mit auf den Weg geben. Die Tipps sind direkt umsetzbar und können bei deiner nächsten Reiseplanung gern mit beachtet werden! Also viel Spaß beim verantwortungsvollen Reisen und auf zu den Tipps.

1. SINN & BEWUSSTSEIN

Mach dir bewusst, was verantwortungsvolles Reisen für eine Auswirkung auf dich und deine Umwelt hat. Reflektier dich ruhig mal selbst und schau, wie du bisher gehandelt hast, was für Erfahrungen du gemacht hast und was du in deinem Leben und auf Reisen ändern möchtest. Der wichtigste Punkt: WARUM möchtest du etwas ändern? Je stärker dein „warum“ desto mehr wirst du an dir und deinem Verhalten arbeiten. Bei mir ist es z.B. meine Nichte und die Liebe zur Natur. Ich liebe es in der Natur zu sein, Tiere zu beobachten und ferne Länder zu entdecken. Doch wie soll das noch möglich sein, wenn der Meeresspiegel steigt, Wälder brennen oder Tiere illegal getötet werden? Je bewusster man zu Hause und auf Reisen handelt, desto größere ist die Chance etwas dagegen zu unternehmen und auch den kommenden Generationen die Möglichkeit zu geben, die wundervollen Orte der Welt zu entdecken.

2. VORBEREITUNG

Jetzt geht es an die Reiservorbereitung und auch Planung! Möchtest du deinen Reisefußabdruck so gering wie möglich halten ist der Idealfall: Deutschlands mit dem Rad zu erkunden! Kommt das Reisen innerhalb der Region für dich vorerst nicht in Frage, kannst du darauf achten, dass die Entfernung und der Aufenthalt vor Ort ausgeglichen sind. Je größer die Entfernung ist, desto besser ist es, länger vor Ort zu sein. Zu aller erst stellt sich noch die Frage: Individualreise oder ganz bequem die Pauschalreise? Es hat definitiv beides seine Vor- und Nachteile! Bei nicht vorhersehbaren Ereignissen und Unstimmigkeiten während des Reiseverlaufs ist der Weg über einen Reiseveranstalter entspannter. Möchtest du aber alles nach deinen Wünschen und zu Gunsten der Bevölkerung vor Ort gestalten, empfehle ich dir, alles selbst zu planen! (Benötigst du Unterstützung, kannst du dich gern an mich wenden!)

3. TRANSPORT

Eines der größten Einflussfaktoren des Reisefußabdrucks ist der Transport und vor allem die Anreise! Ich lege dir ans Herz, auf Inlandsflüge innerhalb Deutschlands zu verzichten und lieber die Alternative „Zug zum Flug“ in Anspruch zu nehmen. Meist erspart es dir sogar viel Zeit und du lebst nicht mit dem Risiko, deinen Anschlussflug zu verpassen (vorausgesetzt, du fährst rechtzeitig mit dem Zug zum Flughafen los). Gewaltig sparen kannst du, indem du dich vor allem zu Fuß und mit dem Fahrrad fortbewegst. Beide Methoden sind nach wie vor die beste Möglichkeit um nachhaltig zu reisen. Danach folgen die öffentlichen Verkehrsmittel und der Zug! Wie wäre es also mal, auf den Mietwagen zu verzichten und die Gegebenheiten vor Ort: ÖPNV, Fahrrad in Anspruch zu nehmen? Besser noch als ein Mietwagen ist die Option von Car-Sharing, Mitfahrgelegenheiten und für die bequemen unter euch: Uber (mit voller Auslastung – Sammelfahrten).

4. UNTERKUNFT

Übernachtung bei einheimischen z.B. über (Homestay, Airbnb) ist der beste Weg, um mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Gleiches gilt für kleine Pensionen die von Privatpersonen betrieben werden, oft kann man sich mit dem Gastgeber unterhalten und brennende Fragen loswerden. Plattformen über die du grüne Unterkünfte findest sind z.B. Good travel (Europa), Ecobnb, Bookitgreen und Biohotels.

5. WASSER & STROMVERBRAUCH

Nicht nur zu Hause solltest du darauf achten, den Verbrauch so gering wie möglich zu halten, sondern auch im Urlaub! Laufendes Wasser sollte z.B. beim Duschen, Händewaschen oder Zähneputzen vermieden werden (es gibt Einwohner die unter dem großen Verbrauch von Hotelanlagen leiden und somit auch Wassermangel herrscht). Elektrogeräte wie Fernseher, Klimaanlage, Fön, Lampen etc. sollten nur aktiv sein, wenn auch du im Raum bist. Der Standbuy-Modus ist bei regelmäßiger Nutzung okay, besser ist es, die Geräte komplett aus der Steckdose zu entfernen.

6. VERPFLEGUNG

Wie wir wissen, ist "all inklusive" nicht unbedingt die nachhaltigste Art der Verpflegung: Konsum, Verschwendung und jede Menge Abfall. Vergnügst du dich am Buffet, kannst du darauf achten, auf die kleinen Plastikschälchen für Marmelade, Honig, Haselnusscreme etc. zu verzichten, kleine Portionen zu wählen und bei Bedarf Nachschlag zu holen (bevor ein Großteil direkt wieder zurück in die Küche und anschließend im Müll landet). Akzeptier, dass auch mal etwas alle ist und es keinen Nachschub gibt. Das Angebot ist groß und vielseitig, hierbei sollte es auch noch andere leckere Speisen für dich geben! Hast du dich für die Selbstverpflegung entschieden, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten um etwas Leckeres zu speisen. Du kannst dich durch die lokale Küche testen oder deine eigene Mahlzeit vorbereiten in dem du deine Einkäufe auf dem Wochenmarkt und in Bio- & Unverpackt-Läden (falls vorhanden) besorgst.

Vegan & Vegetarisch: Alle Fleischesser bitte keinen Schrecken bekommen! Es geht nicht darum, dass du dich im Urlaub 100% pflanzlich ernährst, viel mehr geht es darum, dass die Anbieter Verantwortung übernehmen und diese auch Zeigen in dem sie vegetarische oder sogar vegane Speisen anbieten!  Du selbst kannst ja mal den Selbsttest machen und darauf achten, wie oft und wann du zu tierischen Produkten greifst. Vielleicht achtest du sogar auch mal darauf, das ein- oder andere mal nicht zum Frühstücksei oder dem Fleisch am Abend zu greifen. Es ist ganz spannend, die "grünen" und gesunden Leckereien (des Landes) zu probieren und neues für sich zu entdecken.

7. SUPPORT LOCALS

Private Unterkünfte, lokale Restaurantbesuche, private Guides, selbstgemachte Souvenirs, angemessenes Trinkgeld sind einige Beispiele, wie du die Bevölkerung vor Ort unterstützen kannst. Je mehr du mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt kommst, umso intensiver lernst du die Leute, das Land und deren Kultur kennen. Außerdem kommt dein Geld vollständig und direkt an der richtigen Stelle an.

8. DIGITAL STATT PRINT

Wenn ihr mindestens zu zweit seid, könnt ihr euch das drucken von Buchungsbestätigungen, Tickets oder Vouchern – die auch über das Smartphone gültig sind, sparen. Schickt euch die Dokumente gegenseitig zu, sodass ein Backup im Falle eines Akkuversagens vorhanden ist. Reist du alleine, solltest du genau abschätzen, wie wichtig die Unterlagen sind und ob du dich auf dein elektronisches Gerät verlassen kannst. (Reisepass, Personal- & Impfausweis kannst du ebenfalls eingescannt als virtuelle Datei bei dir führen, ist vor allem praktisch, wenn du wichtige Dokumente nicht immer mit dir herumtragen möchtest oder mal in der Unterkunft vergisst.)

9. AUSLEIHEN

Ausleihen statt neu kaufen: Urlaubsausrüstung, die nicht regelmäßig oder nur einmalig benötigt wird, wie z.B. Wintersportausrüstung, Schnorchel- oder Tauchequipment, kannst du dir von Bekannten ausleihen bzw. vor Ort mieten. Kleidung, Badeschuhe, Reisekoffer etc. kannst du dir ebenfalls bei Freunden oder der Familie ausleihen.

10. SONNENCREME

Chemische Sonnencreme schadet den Meerestieren, unserer Haut und tötet Korallen. Auf Hawaii, Palau, Bonaire und Key West wird Sonncreme mit den Inhaltsstoffen wie z.B. Oxybenzon und Octocrylen bald verboten sein, um Schlimmeres zu verhindern. Setz am besten auf mineralische Sonnencreme und Naturkosmetik. Bei Cremen mit dem Vermerk „Reef friendly“ / „Reef Safe“ sollte nochmal ein Blick auf die Inhaltsstoffe geworfen werden, es gibt noch keine einheitlich geregelten Vorgaben, sodass selbst hier chemische Substanzen vorkommen können.

11. EIGENINITIATIVE

Sei dir nicht zu fein und sammle Müll. Selbst wenn es nur 5 Pieces pro Tag sind oder eine Handvoll im Urlaub: Müll sammeln kann man überall, egal ob im Park, am Strand oder auf der Straße. Hinweis: Immer Handschuhe dabei haben, oft ist es die fehlende Vorbereitung und auch der Ekel (was verständlich ist) wieso der Müll liegen bleibt.

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